Trans Germany 2009
Craft Bike Trans Germany 2009
Von Erbach im Odenwald / DE nach Seifen / DE
Auenstein Juni 2009:
Patrick Schärer vom Team René’s Veloshop Holderbank / Active 02, war einer der über 400 Teilnehmer der diesjährigen Trans Germany. Zu fahren waren 660Km und dabei mussten über 15000Hm bewältigt werden. Das alles in nur sieben Tagen. In einem kurzen Bericht schildert er seine Eindrücke:
Gestartet wurde in Erbach im Odenwald, von dort aus ging es nach Frammersbach. Bereits in der ersten Etappe mussten über 100Km und 2100Hm bewältigt werden. Doch zum Glück waren die ersten 29Km neutralisiert. Denn die Rennleitung wollte dass wir die grosse Mainbrücke in Grossheubach, als geschlossenes Feld überqueren. Also wurde das ganze Feld in Grossheubach nochmals gestoppt. Als wir dann die Brücke überquert hatten ging es dann richtig los. Gleich kam der erste Anstieg und es wurde auch sofort um jeden Meter gekämpft. Ich dachte fasst, dass Rennen führe nur über 10Km, denn wir fuhren schon ein sehr hohes Tempo. Ich versuchte nun, so gut wie möglich mein Tempo zu fahren und nach gut 5 Stunden kam ich dann in Frammersbach glücklich und zufrieden an.
Die nächsten Etappen führten dann nach Bischofsheim an der Rhön, Oberhof, Bad Steben, Schöneck, Oberwiesenthal und das Endziel der Craft Bike Trans Germany war Seifen, nahe der Tschechischen Grenze.
Wer diese Region von Deutschland kennt der weiss, dort gibt es keine „Berge“! Die ganze Tour war ein stetiges auf und ab. Man musste immer wieder das Tempo hochhalten und versuchen in der Gruppe mitzufahren. Kam einmal einen Anstieg, so durfte man nicht einfach sein Rhythmus fahren, nein man musste an der Gruppe dran bleiben, denn schon bald kam die nächste Ebene und wenn du dann alleine bist. Stehst du da, alleine im Wind. Denn die ganze Region ist sehr windig und gerade in denn Etappen zwei und drei, arbeitete der Wind auf Hochtouren.
Die vierte Etappe stand vor der Tür. Die Königsetappe! Zu fahren waren 123Km und dabei mussten 2800 Hm bewältigt werden. Ich freute mich auf diese Etappe, denn umso mehr Höhenmeter umso besser! Doch als ich das Höhenprofil studierte, die Ernüchterung. Auf dieser Etappe gab es rund 50 Anstiege, der längste war knapp 100Hm lang und das Rennen wird also wieder brutal schnell! Nach etwas mehr als 6 Stunden kam ich dann im Ziel an. Müde und mit schmerzen im Rücken. Aber dennoch zufrieden, denn ich machte wieder Boden gut im Gesamtklassement.
Die 5. Etappe war zu vergleichen mit der jenigen vom Tag zuvor. Wiederum ein stetiges auf und ab. Selten fuhr man länger als 10 Min. Berg hoch. Immer wieder wurde angegriffen und das Wetter war an diesem Tag leider auch sehr, sehr misslich. Doch was soll es, es herrschen für jeden die gleichen Bedienungen. Ich redete mir immer wieder gut zu, dachte an was Schönes und fuhr so schnell wie möglich ins Ziel. Zu dem, es soll ja Menschen geben, die viel Geld für eine Schlammpackung bezahlenJ!
Auf die 6. Etappe freute ich mich besonders. Denn ging es mehr als 1o Km am Stück Berg hoch. Zu bewältigen war der Fichtelberg, oberhalb von Oberwiesenthal. Ich konnte heute enorm schnell starten und das Tempo wo in den Gruppen gefahren wurde, gut mithalten. Doch bei Km vierzig hatte ich einen Sturz. Mein erster Gedanke war, ist mein Bike noch ganz, bin ich verletzt? Uff, Glück gehabt, nur mein Knie blutet und meine Schulter schmerzt. Also setzte ich mich wieder auf mein Bike und weiter fuhr ich. Wenig später kam er dann, der Anstieg zum Fichtelberg. Ich erhöhte mein Tempo und konnte Fahrer um Fahrer einholen. Nach 40 Min. kam ich oben am Fichtelberg an. Und es ging jetzt nur noch runter. Doch oh Schreck. 1 Km vor dem Ziel hatte ich noch einen Platten. Soll ich ihn reparieren? Nein, es ging ja nur noch runter. So fuhr ich mit Plattfuss ins Ziel und wurde mit Applaus begrüsst! Nicht ganz 4 Stunden benötigte ich für diese Etappe, super! Erreichte ich doch an diesem Tag mein bestes Tagesergebnis.
Die letzte Etappe stand an. 80Km und 1800Hm mussten bewältigt werden. Mein Ziel war für diesen Tag: Position im Gesamtklassement halten und Gesund in Seifen ankommen. Ich konnte mich nochmals 100% motivieren und meine Beine waren gut. Nach etwas mehr als dreieinhalb Stunden konnte man schon den Speaker hören, doch stand der Bergpreis noch bevor. Einen Anstieg mit einer Steile von 20%! Doch zum Glück war er nicht allzu Lang. Oben angekommen kam die Tafel noch 1Km. Jeder Teilnehmer bekam jetzt ein Glas Champagner, cool! Ich genoss diesen Moment und überquerte dann nach 3Std. 48Min. die Ziellinie in Seifen. Und sehr glücklich es geschafft zu haben.
31Std. 48Min. benötigte ich für diesen Höhlenritt quer durch Deutschland und konnte mich auf dem guten 94. Rang in der Kategorie Men platzieren. Super!
Knapp zwei Wochen später blicke ich auf ein tolles Erlebnis zurück und bedanke mich bei meinen Betreuern. Denn ohne sie wäre das ganze nochmals schwieriger geworden. Danke!



